Werbeboykott
Laut Wikipedia dient Werbung “sowohl der gezielten und bewussten als auch der indirekten und unbewussten Beeinflussung des Menschen zu meist kommerziellen Zwecken. Teils durch emotionale (Suggestion), teils durch informierende Werbebotschaften spricht Werbung bewusste und unbewusste Bedürfnisse an oder erzeugt neue.”
Im Umkehrschluss könnte man also – vielleicht ein wenig überspitzt formuliert – sagen, dass Werbung versucht uns unzufrieden zu machen mit dem was wir bereits besitzen, so dass wir glauben, wenn wir das Smartphone/Bier/Parfüm/Tütensüppchen kaufen, was uns da angeboten wird, wäre die Welt wieder in Ordnung (spannendes Detail am Rande: Werbung kann sogar Erinnerungen fälschen).
Da viele glauben, sich nicht durch Werbung beeinflussen zu lassen, möchte ich folgendes zu bedenken geben: Die deutschen Unternehmen geben nicht 25 Milliarden Euro im Jahr für Werbung aus, weil sie hoffen, mal den ein oder anderen zu einem Kauf bewegen zu können, sondern weil sie genau wissen, dass das bei den meisten funktioniert. Und es funktioniert sogar so gut, dass man glaubt, man wäre gar nicht beeinflusst worden, sondern es wäre die eigene Entscheidung gewesen.
Die Organisation “Adbusters” geht sogar so weit, von mentaler Verschmutzung (mental pollution) durch Werbung zu reden und schreibt, dass “Fernsehwerbung und Autobahnwerbeflächen näher verwandt sind mit giftigem Klärschlamm als mit Sprache”
Weil ich mich nicht so gern beeinflussen lassen möchte, keinen unnötigen Kram brauche und Werbung eigentlich (von wenigen Ausnahmen mal abgesehen) nur nervig finde, versuche ich mich so weit es eben geht dem zu entziehen. Und das funktioniert bei mir folgendermaßen:
Internet
Ich habe in jedem Browser, den ich regelmäßig benutze, ein Plugin zum Ausblenden von Werbung installiert (gibt’s als Adblock Plus für Firefox und Adblock für Chrome – für IE lässt sich vermutlich was ähnliches finden).
Wer sich nicht so vorstellen kann, wie das dann am Ende aussieht, der möge einfach mal die beiden folgenden Screenshots miteinander vergleichen:
Fernsehen
Seit ich mir meinen MythTV HTPC gebaut habe, schaue ich so gut wie keine Sendung mehr dann wenn sie im Fernsehen läuft, sondern nehme alles erstmal auf. Dadurch kann ich dann ganz einfach die Werbepausen überspringen und muss keine dämliche Fernsehwerbung mehr über mich ergehen lassen. Außerdem bezahle ich noch Geld für einige PayTV-(Serien)-Sender, die sowieso keine Werbeunterbrechungen haben.
Natürlich braucht man dazu nicht unbedingt MythTV, sondern gerne auch jeden beliebigen anderen Festplattenrecorder – oder man schaut einfach kein Fernsehen mehr
Post
So trivial es klingen mag, aber hier hat ein ganz einfacher “Keine Werbung!”-Aufkleber (sogar ohne “bitte”) bereits gereicht, um den Großteil an Werbemüll, der so in meinem Briefkasten gelandet ist, auszufiltern.
Radio
Meine Lösung für Radiowerbung ist möglicherweise nicht für jeden was: Ich bin umgestiegen auf den Kultursender hr2, weil die keine Werbung senden und höre jetzt tatsächlich beim Frühstück klassische Musik. Alternativen könnten zukünftig aber auch die bezahlten und damit werbefreien Versionen von Simfy oder Spotify sein.
Sonst so
Natürlich kann man sich nicht hundertprozentig gegen Werbung abschotten. Kaum entkommen kann man beispielsweise der guten alten Plakatwerbung oder wie’s jetzt neuerdings an Bahnhöfen beliebt wird, den Massen solcher nerviger Bildschirme, die dort aufgestellt werden.
Aber man kann zumindest einiges dafür tun, die Anzahl und damit auch die Wirkung der täglich auf uns niederprasselnden Werbebotschaften deutlich zu reduzieren.

