Raspberry Pi Audioplayer: Installation und Konfiguration

Dieser Artikel ist der zweite Artikel in einer Artikelserie, die sich mit dem Bau eines Audioplayers auf Basis des Raspberry Pi beschäftigt. Bisher habe ich folgende Artikel zu diesem Thema veröffentlicht:

Hier geht es nun eben um Konfiguration und Problembehebung – zum Teil wird’s da ziemlich technisch. Für einen einfachen Überblich empfehle ich den o.g. ersten Artikel der Serie.

Installation

Als Betriebssystem verwende ich Raspbmc, das eine speziell für den Raspberry Pi angepasste Version von XBMC mitbringt. Raspbmc bringt einen Installer mit, so dass man neben einem Rechner von dem aus man die Installation durchführen kann theoretisch nix anderes braucht.

Bei meinem Linux-Notebook allerdings wollte sich die SD-Karte nicht so richtig mounten lassen (so dass der Installer keine Liste verfügbarer Devices angezeigt hat). Mit „sudo fdisk -l“ kann man sich aber anzeigen lassen, wo das Ding liegt und wie es heißt, um dann den richtigen Gerätenamen rauszufinden (bei mir „mmcblk1“).

Dann wird alles was an Hardware da ist zusammengesteckt, Netzwerk- und HDMI-Kabel dran (fürs Setup hab‘ ich den Pi an den Fernseher angeschlossen) und direkt nach dem Einstecken des Stromsteckers beginnt der Pi mit der Installation von Raspbmc. Der rödelt jetzt einige Minuten mit dem Download und der Installation der Software rum und kurze Zeit und einige Reboots später wird man vom XBMC-Startbildschirm begrüßt.

Die erste Hürde war nun, dass die Tastatur nicht funktioniert hat. Hier war die Lösung sich per SSH einzuloggen (Benutzername ist „pi“ und Passwort „raspberry“) und dann die Schritte die dort angeboten werden durchzuführen (Time-Zone-Auswahl und Tastaturlayout). Nach einem weiteren Reboot funktionierte dann auch die Tastatur und es konnte weiter gehen.

Basiskonfiguration

In XBMC sollte man nun neben der Sprache noch einige weitere Einstellungen tätigen:

Settings -> Music -> Playback -> Visualization: None

Da der Pi ja ohne Monitor betrieben wird, brauch man die CPU mit einer Visualization nicht zu belasten.

Settings -> Services -> Webserver: Allow control of XBMC via HTTP

Erlaubt die Steuerung des Pi durch die iPad-Apps. Zusätzlich sollte man dem Pi im Router eine feste IP-Adresse zuweisen. Damit das dann auch greift, muss man dann wieder bei Programs -> Raspbmc Settings -> Network ConfigurationUse DHCP“ abschalten und die im Router eingetragene IP-Adresse eintragen, „Update Now“ aktivieren und dann auf „OK„.

Settings -> Services -> Airplay: Allow XBMC to receive Airplay content

Hier gab’s bei mir allerdings das Problem, dass das iPad zwar erstmal den Airplay-Button angeboten hat, nach ein paar Minuten aber die Verbindung verlor und dann auch keinen Airplay-Button mehr angezeigt hat. Was schnell klar war, war dass es hier wohl ein Problem mit meinem Router gab – was mich allerdings länger gebraucht hat war die Lösung zu finden: Mein Router hat einen „Wireless Enhance Mode„, der das Problem verursacht hat – nachdem ich den abgeschaltet hatte ging’s dann.

Settings -> Appearance -> Navigation sounds: Off oder Skin default

Das ist ein bisschen merkwürdig bei mir: Eigentlich man eh keine Navigation Sounds, wenn man das Ding ohne Fernseher betreibt. Aaaaaaaber: Bei mir fängt die Musik übel an zu Rauschen, wenn ich hier auf „Off“ stelle. Als Workaround habe ich den Quartz Skin installiert, und dann die Navigation Sounds wieder auf „Skin default“ gestellt.

USB-Audio

Da meine Stereoanlage noch aus der Zeit stammt bevor es HDMI gab, muss ich den Sound per USB-Soundkarte ausgeben (und dann via Cinch-Kabel in den Verstärker leiten). Das funktioniert mit Raspbmc 12.1 folgendermaßen (siehe auch Raspmc: Probleme mit Sound und Soundblaster play USB):

Via SSH ALSA installieren:

sudo apt-get install alsa

Dann die Zeile options snd-usb-audio index=-2 in /etc/modprobe.d/alsa-base.conf auskommentieren und anschließend in den „Raspbmc Settings“ in XBMC die Audio Engine aktivieren. Danach muss man dann neu booten.

Sinnvoll ist es offenbar noch bei den „Raspbmc Settings“ unter „System Configuration“ die Option „keep Raspbmc updated“ abzustellen: Bei mir hat ein automatisches Update nämlich den Sound abgeschaltet (in der neuen Version war offenbar kein PulseAudio drin) und ich musste auf einen Nightly Build gehen (bzw. auf Version 12.1 zurück): Nightly Build Configuration -> Install XBMC Nightly

Musik hinzufügen

Bevor man Musik zum Pi hinzufügt, sollte man noch bei Settings -> Music -> LibraryDownload additional information during updates“ anhaken, damit beim Scannen der Musikbibliothek gleich auch Cover-Art und Künstlerbilder von XBMC runtergeladen werden. Wer mag kann noch bei Settings -> Music -> LibraryInclude artists who appear only on compilations“ weggehaken.

Für mich persönlich ist die Last.fm-Integration ein wichtiges Feature: Bei Settings -> Music -> Song submission lässt sich ganz einfach „Submit songs to Last.fm“ aktivieren, Username und Passwort eintragen und schon kann gescrobbelt werden :-)

Dann hab‘ ich per FTP meine Musik auf den Pi rüberkopiert und entsprechend der XBMC-Anleitung hinzugefügt. Das dauert einen Moment wegen dem gerade erwähnten Download von Artist- und Cover-Art.

Beim ersten Versuch hat der Album-Art-Download wohl zwischendurch irgendwo abgebrochen. Also hab ich bei den Settings -> Add-ons mal alle Quellen aktiviert (v.a. auch Last.fm) und dann in der „Music -> Library -> Artists“ im Kontextmenü („c“) ausgewählt „Query info for all artists“ (bzw. bei „Music -> Library -> Albums“ dann „Query info for all albums„). Danach hatte ich dann für so dreiviertel meiner Musiksammlung korrekte Cover-Art. Wie man für den Rest noch die Cover-Art hinzufügen kann, beschreibe ich dann in einem anderen Artikel.

Log-File-Troubleshooting

Ein besonderes Problem hatte ich noch mit den Log-Files. Das /var/log/syslog hat sich mit folgender Nachricht gefüllt:

May 11 07:12:37 raspbmc kernel: delay: estimated 0, actual 89

Und zwar mehrmals pro Sekunde. Da Raspbmc dem Log-Verzeichnis nur 10 MB einer RAM-Disk einräumt war das Ruckzuck voll und ich konnte nicht sehen, was so an wirklich wichtigen Meldungen ins Log geschrieben wurde.

Also hab‘ ich mich im Raspbmc-Forum erkundigt und folgende Lösung bzw. Workaround eingebaut:

In /etc/rsyslog.conf kann folgende Rule eingebaut werden, um die Ausgabe der o.g. Log-Meldung einfach zu unterdrücken (ist zwar dann quasi noch da, wird aber nicht mehr ins Log geschrieben):

:msg,contains,"delay: estimated 0" ~

Schlusswort

Wie man hier lesen kann, ist die Konfiguration nicht so ganz trivial und man stößt immer mal wieder auf Probleme, die man ohne ein paar Linux-Skills nicht lösen kann. Wenn man die aber hat, dann kommt man nicht zuletzt wegen der extrem guten und hilfsbereiten Community eigentlich immer zu einer Lösung.

Raspberry Pi Audioplayer: Hardware und Features

Dieser Artikel ist der erste Artikel in einer Artikelserie, die sich mit dem Bau eines Audioplayers auf Basis des Raspberry Pi beschäftigt. Bisher habe ich folgende Artikel zu diesem Thema veröffentlicht:

Nachdem mein mittlerweile mehr als 6 Jahre alter iPod so langsam seinen Geist aufgibt, habe ich beschlossen, mich nach einer neuen Lösung in Sachen Musik umzuschauen.

Das neu anzuschaffende Gerät sollte natürlich ein bisschen mehr können als die „iPod-mit-Kabel-an-Stereoanlage“-Lösung. Die hat nämlich unter anderem den Haken, dass man bei Neuzugängen in der mp3-Sammlung erstmal den iPod wieder an den Computer anschließen muss, um das Zeug rüberzuschaufeln. Außerdem hätte ich gerne die Möglichkeit gehabt, Musik vom iPad via Airplay an die Stereoanlage zu schicken (und nicht mit einer „mach-das-Kabel-am-iPod-ab-und-an-das-iPad-dran“-Lösung). Und natürlich muss ich bei all den kabelgebundenen Lösungen im Moment immer erst von der Couch aufstehen, wenn ich ein anderes Album hören möchte…

Klar, ich hätte auch irgendwas fertiges kaufen können, was das alles schon kann – aber abgesehen davon, dass das unter Umständen auch gerne mal relativ teuer werden kann: Wo bleibt denn da der Spaß? Also habe ich mich entschieden, wieder mal was zu basteln :-)

Hardware

Raspberry Pi Model B

Ausgehend von den beiden Lifehacker-Artikeln „Turn a Raspberry Pi Into an AirPlay Receiver for Streaming Music in Your Living Room“ und „Turn a Raspberry Pi Into an XBMC Media Center in Under 30 Minutes“ und ein bisschen Internet-Recherche hab‘ ich folgende Hardware bestellt:

  • Raspberry Pi Model B:
    Das Herzstück des Gerätes – Für ca. 40 € bekommt man einen vollständigen Computer im Miniformat mit 512 MB RAM und 700 MHz-Prozessor.
  • Hübsches Gehäuse (PCSL Brand – Case for Raspberry Pi):
    Ganz ohne Gehäuse möchte ich das Ding nun doch nicht rumstehen haben – allerdings ist jetzt der Pi fast zu hübsch zum verstecken (was ich eigentlich nämlich machen möchte).
  • 64 GB SD-Karte (SanDisk Extreme SDXC 64GB Class 10):
    Meine Musiksammlung ist nicht so übermäßig groß (ca. 40 GB) und da Stromverbrauch offenbar für den Pi ein Problem werden kann, hab‘ ich erstmal auf eine Festplatte verzichtet.
  • Netzteil für den Pi (mumbi Netzteil Garmin nüvi 3790 T):
    Muss mindestens 1000 mA bei 5V liefern – die meisten Handy- bzw. Navi-Ladegeräte mit Micro-USB-Anschluss können das.
  • USB-Soundkarte (Creative Soundblaster Play):
    Der Pi hat zwar einen analogen Soundausgang auf der Platine, aber nach allem was ich so gelesen habe ist da die Soundqualität eher so mittelmäßig – und da meine Stereoanlage keinen HDMI-Eingang hat, muss ich eben auf eine USB-Soundkarte zurückgreifen.
  • Netzwerkkabel:
    Klar – irgendwie muss Internet rein in das Ding. Könnte man auch mit ’nem USB-WLAN-Dingens machen, aber so isses einfacher und billiger – zumal der Pi in unmittelbarer Nähe meines Routers steht.
  • USB-Tastatur und Maus:
    Braucht man nur für die initiale Einrichtung des Systems – der Rest lässt sich über die XBMC-Remote-App oder den XBMC-Commander steuern.
  • HDMI-Kabel:
    Brauche ich auch nur für „Wartungszwecke“ – wenn ich irgendwas im XBMC einzustellen habe, was nicht per SSH geht.
  • iPad oder iPhone:
    Damit wird das ganze gesteuert (entsprechende Apps gäbe es aber auch für Android-Geräte wer das lieber mag…)

Sinnvoll ist dabei, dass man jeweils mal auf der „Verified Periphals„-Seite nachschaut, ob die ausgewählte Hardware-Komponente auch mit dem Raspberry Pi zusammenarbeitet.

Features

Nach erfolgreichem Zusammenbau und Konfiguration (was ich in einem Folgeartikel noch genauer beschreiben werde) kann ich jetzt

  • meine Sammlung an MP3-Files abspielen,
  • Musik via AirPlay an den Pi streamen (für Webradio oder Spotify oder so),
  • das alles bequem per iPad von der Couch aus steuern,
  • weiterhin meinen betagten aber guten Stereoanlagen-Receiver dafür benutzen und
  • außerdem jegliche Musik die ich damit höre scrobbeln (hat also ’ne Last.fm-Integration).

Womit ich immer noch nicht so ganz glücklich bin ist das Übertragen von Musik: Das lässt sich zwar jetzt um einiges bequemer als vorher per FTP erledigen, aber mir wäre ja am liebsten eine vollautomatische Aktualisierung bei Änderungen in meiner MP3-Bibliothek. Falls irgendjemand mal Dropbox auf dem Raspberry Pi zum Laufen bringt, wäre das Thema zusammen mit dem „XBMC Library Auto Update“-Addon aber auch erledigt.

Insgesamt muss ich sagen für die ca. 150 – 160 € an Kosten bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Ich habe auch nochmal 2,69 € in die XBMC-Commander-App investiert (kann ungefähr das gleiche wie die kostenlose Standard-App XBMC Remote – sieht aber deutlich hübscher aus). Damit sieht die Bedienung meines Raspberry Pi Audioplayers auf dem iPad folgendermaßen aus (die ganzen Künstlerbildchen und Coverart läd XBMC weitgehend selbständig runter):

XBMC-Commander (Lenny Kravitz ausgewählt)

MythTV HTPC – Erfahrungen und Basteleien

Seit mittlerweile ungefähr eineinhalb Jahren ist bei mir ein selbstgebastelter MythTV HTPC im Einsatz. In diesem Artikel werde ich ein bisschen von meinen Erfahrungen berichten.

Ich glaube, dass MythTV die Art, wie wir – also meine Frau und ich – Fernsehen schauen grundlegend verändert hat. Wir hatten vorher auch schon einen Festplattenrecorder, aber MythTV bringt einfach so viele nette Features mit, dass wir mittlerweile eigentlich gar nicht mehr anders Fernsehen.

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MythTV HTPC – Features und mehr

Dies ist der dritte Artikel in einer Serie von Artikeln, die sich mit dem Zusammenbau eines HTPC auf Basis von MythTV beschäftigen. Die bisher veröffentlichen Artikel sind hier verlinkt:

Nachdem ich in den ersten beiden Artikeln dieser Serie erklärt habe wie man das Ding zusammenbaut und anschließend zum Laufen bringt, möchte ich jetzt hier darauf eingehen, warum ich das überhaupt gemacht habe, was das Endergebnis so an Features hat und warum ich MythTV verwende und nicht irgendeine andere Media-Center-Software.

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MythTV HTPC – Installation und Konfiguration

Dies ist der zweite Artikel in einer Serie von Artikeln, die sich mit dem Zusammenbau eines HTPC auf Basis von MythTV beschäftigen. Die bisher veröffentlichen Artikel sind hier verlinkt:

Wie ich im ersten Artikel der Serie ja schon erwähnt habe, ist MythTV die Software, für die ich mich entschieden habe, um meinen HTPC zu betreiben. MythTV ist Linux und Open Source und mit Mythbuntu gar nicht so schwer zu installieren. Zunächst habe ich mit meinem Notebook das aktuellste Mythbuntu-ISO gezogen und mittels UNetbootin zuerst auf meinem USB-Stick und von dort aus auf dem HTPC installiert.

Die Installation von Mythbuntu führt durch die wichtigsten Schritte bei der Installation von sowohl Linux – in diesem Fall eine um alles überflüssige bereinigte Ubuntu-Version – als auch MythTV. Zu meiner großen Erleichterung wurde die Hardware korrekt erkannt und installiert.

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MythTV HTPC – Komponentenauswahl

Dies ist der erste Artikel in einer Serie von Artikeln, die sich mit dem Zusammenbau eines HTPC auf Basis von MythTV beschäftigen. Die bisher veröffentlichen Artikel sind hier verlinkt:

Weil ich nicht so wirklich zufrieden mit meinem bisherigen Festplattenrecorder war, hatte ich schon seit ein paar Monaten die Idee, mir einen wirklich vernünftigen HTPC selbst zu bauen. Nach ein bisschen Recherche im Netz ist meine Wahl für die Software dann auf MythTV gefallen. MythTV ist eine Open Source DVR-Lösung auf Linux-Basis, die eine ordentliche Masse an Features hat. Details dazu, was MythTV so alles kann, werde ich in einem späteren Beitrag der Serie liefern. Hier geht es jetzt zunächst darum, welche Hardware-Komponenten nötig sind und welche ich ausgewählt habe. Basis für meine Auswahl war der Abschnitt über Hardware-Voraussetzungen in der MythTV-Dokumentation und die Hardware-Kategorie im MythTV-Wiki.

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