Arbeitsverhinderungstool ClearCase

von Benedikt

In meinem neuen Projekt ist die Maßgabe mit IBM Rational ClearCase zu arbeiten. Eigentlich ist ClearCase ein Tool zur Versionsverwaltung ähnlich wie CVS oder Subversion – allerdings kein gutes. ClearCase hält einen verdienten Platz 4 bei dreckstool.de für Entwicklungswerkzeuge.

Abgesehen davon dass das Team ein Produkt verwenden soll, von dem es keine Ahnung hat, ist ClearCase selbst ziemlicher Schrott.

Ein kleines Beispiel: Um eine Datei zu löschen, reicht es nicht das File zu löschen und einzuchecken. Man muss zunächst zusätzlich zur Datei den übergeordneten Ordner auschecken, dann kann man die Datei erst löschen und dann am Ende alles zusammen wieder einchecken.

Ein weiteres interessantes Thema: Die dynamischen Views, für die ClearCase so berühmt ist. Schade nur, dass wir feststellen mussten, dass ein Build auf der dynamischen View bei uns so zwischen 15 und 30 Minuten dauert – hat man die Files lokal, dann ist das eine Sache von ungefähr einer Minute. Daher pfeifen wir jetzt auf dynamische Views und arbeiten mit Snapshot-Views.

Auch lustig: Es gibt keine Möglichkeit, Dateien von der Versionskontrolle auszuschließen. Also sowas wie die ignore-Funktionalität bei CVS oder SVN. Eine absolute Notwendigkeit, um vernünftig arbeiten zu können. Geht bei ClearCase einfach nicht. Resultat: Wir haben bereits nach 2 Wochen ein lustiges Durcheinander an Dateien im Repository, die dort nie hätten rein sollen.

Noch mehr über die interessanten Features von ClearCase kann man in den beiden Artikeln ClearCase, making easy things hard und Reasons NOT to use ClearCase lesen.

Insgesamt bekommt man bei der Bedienung so ein bisschen den Eindruck, dass sich jemand wirklich viele Gedanken gemacht hat, wie er den Entwicklern die Arbeit mit dem Tool besonders schwer machen kann. Ich glaube ich habe in den letzten zwei Wochen die Hälfte der Zeit damit verbracht, mit ClearCase zu kämpfen und mit den Support zu telefonieren.

Ich bin schon sehr gespannt wieviel Zeit wir noch mit diesem Tool verlieren, das uns eigentlich die Arbeit hätte erleichtern sollen.