Bücher von Nick Hornby

von Benedikt

Ich habe mich über die letzten Monate eingehend mit Nick Hornby beschäftigt. Das erste Buch, was ich von ihm gelesen habe war “High Fidelity“, zu dem es eine sehr gute Verfilmung mit John Cusack und Jack Black gibt, die ich schon länger kenne und mag. Daher hat mich mal interessiert, ob die Buchvorlage den gleichen Witz versprüht wie die Verfilmung oder sogar vielleicht noch besser ist.

Um es gleich zu sagen – diese Frage kann ich nicht wirklich beantworten, da man im Buch im Gegensatz zum Film die Musik logischerweise nicht unterbringen kann. Die Story ist allerdings die gleiche und wahrscheinlich ist “High Fidelity” als Film einer derjenigen Filme, die sich am engsten an die Buchvorlage halten. Was eine ausgezeichnete Idee ist, denn Nick Hornby ist ein wirklich genialer Schriftsteller. Also eine klare Leseempfehlung.

Außerdem liest Nick Hornby selbst recht viel, denn es gibt ein weiteres Buch von ihm, das sich “Mein Leben als Leser” nennt, und in dem er beschreibt, welche Bücher er gelesen hat und welche er nur gekauft, aber nicht gelesen hat und was das alles mit seinem Leben zu tun hat. Auch sehr amüsant.

Tja, und dann hat’s mich irgenwie gepackt und ich habe mir in einem Impulskauf “About a Boy, oder: Der Tag der toten Ente” auf DVD (Buchvorlage natürlich auch von Nick Hornby) gekauft, gesehen und nicht bereut. Außerdem habe ich mir von meinem Bruder “Fever Pitch: Ballfieber – Die Geschichte eines Fans” ausgeliehen, und das obwohl ich eigentlich kein Fußballfan bin. Nick Hornby hat einfach eine unwiderstehlich humorvolle, realistische Art das Leben zu sehen. Hier ein kleiner Ausschnitt aus “Fever Pitch”, wo er über einen leider nur recht mittelmäßigen Profifußballer namens Gus schreibt:

Gus muß gewußt haben, daß er gut war, so wie jede Pop-Band, die je im Marquee gespielt hat, weiß, daß sie für den Madison Square Garden und eine NME-Titelseite bestimmt ist, und so wie jeder Schriftsteller, der ein abgeschlossenes Manuskript an Faber und Faber abgeschickt hat, weiß, daß er zwei Jahre vom Booker Preis entfernt ist. Du vertraust diesem Gefühl für dein Leben, du spürst die Kraft und Entschlossenheit, die es dir gibt, wenn es wie Heroin durch deine Adern strömt … und es besagt genau nichts.

Für den Urlaub habe ich mir dann “A Long Way Down” gekauft. Und auch dieses Buch hat mich nicht enttäuscht. Es geht um einen im Leben gescheiterten Fernsehmoderator, der sich an Silvester von einem Hochhaus stürzen will. Das gestaltet sich allerdings nicht ganz so einfach, als noch drei weitere Personen auftauchen, die die gleiche Idee hatten. Und jeder hat seine eigenen Gründe dafür. Um über ein so sensibles Thema wie Selbstmord derart humorvoll und gleichzeitig aber auch ernsthaft schreiben zu können, braucht es schon einen außergewöhnlichen Schriftsteller.

Falls ihr es noch nicht gemerkt habe: Ich bin jetzt Nick-Hornby-Fan.

Ansonsten gibt es vielleicht noch zu sagen, dass ich gerade im Begriff bin, mir weitere Nick-Hornby-Bücher zu bestellen und dass Nick Hornby ein Blog schreibt.