How Bob the Millionaire became a pirate
von Benedikt
"How Bob the Millionaire became a pirate" ist ein Comic von Eirik Solheim, der damit verdeutlichen will, warum Leute damit anfangen, Filesharing-Software zu benutzen und was die Industrie grundverkehrt macht:
The reason why so many people downloaded Lost [...] is the fact that we got the episodes months behind the US. So, the brilliant story telling in Lost became the biggest motivation for download of new episodes from the net.
Der Comic ist Creative Commons lizensiert, das bedeutet ihr könnt und sollt ihn verbreiten. Vielleicht hilft’s ja was und die Studios hören damit auf, gegen das Internet zu kämpfen und fangen endlich damit an, praktikable Lösungen anzubieten, mit denen die Kunden zufrieden sind und die Studios Geld verdienen können.
[via netzpolitik.org]














Kommentare
Das ist ja alles gut und schön, allerdings haben nicht nur die Produzenten ein Geschäftsmodell – das ließe sich mit dem Interesse von Bob vereinbaren – sondern auch das norwegische Fernsehen. Und das lebt nun mal davon, dass die Leute wissen wollen, was da genau auf der Insel Krach macht…
Die Argumentation hinkt für mich ein bisschen – es ist doch schließlich dem Anbieter / Provider / Sender überlassen, was er wann und wie sendet / verkauft. Es ist schlichtweg nicht fair, es der Industrie vorzuwerfen, dass Nutzer zu illegalen Downloadern werden.
Außerdem: Nach der Argumentation ist der deutsche Staat analog selbst schuld, dass es Dealer / Waffenhändler / Zuhälter gibt – er könnte die Drogen / Waffen / Nummer schließlich auch selbst anbieten…
Zunächst möchte ich dir sagen, dass du natürlich mit deiner Argumentation nicht ganz unrecht hast. Allerdings soll der Comic ja nicht unbedingt P2P legitimieren, sondern hauptächlich demonstrieren, dass die Filesharer eben nicht die bösen Verbrecher sind, die vor lauter CD-brennen keinen Sex mehr haben. Es sind eben auch die ganz normalen Fans, die es halt nicht abwarten können, bis die nächste Folge kommt.
Und auch deine Argumentation hinkt ein bisschen: Es gibt gute Gründe, warum der Staat keine Drogen oder Waffen anbietet. Aber zumindest für meine Begriffe gibt es keinen guten Grund, warum man einen offensichtlich vorhandenen Bedarf an – an sich legalen Medien – nicht befriedigt und daran Geld verdient, sondern lieber noch zusätzlich Geld investiert, um gegen die potentiellen Kunden vorzugehen.
Zum ersten Teil – d’accord. Zum zweiten Teil – gerade das mag ich nicht so wirklich glauben. Welcher Sender kauft denn noch gute Serien (-> viele Zuschauer -> Werbeeinnahmen), wenn ein interessanter Teil der Zielgruppe sich vorher schon anderweitig bedient hat (wenn auch legal)…?
Tja, das ist immer so ‘ne Sache mit den neuen Technologien.
Aber mal angenommen, ich bin Hersteller von Pferdekutschen und eines schönen Tages kommt einer und baut Kutschen ohne Pferde, die sich dann auch noch besser verkaufen, als meine Pferdekutschen. Dann hab’ ich ja die Wahl – entweder ich setze weiterhin auf meine Pferdekutschen und hoffe, dass das mit den Kutschen ohne Pferde nur so eine Phase ist. Oder aber ich schau’ mir diesen neumodischen Kram mal genauer an.
Was ich damit sagen will: Manchmal sind irgendwelche Produkte/Technologien/Vertriebskanäle einfach reif dafür, von neueren/besseren/beliebteren ersetzt zu werden. Wer dann rechtzeitig auf den Zug aufspringt, der wird auch weiterhin damit Geld verdienen können.