Ich bin vor kurzem über den Begriff “Hedonic Adaptation” gestolpert und ich finde das dahinterstehende Prinzip so interessant, dass es mir einen Artikel im Blog wert ist.
Kurz gesagt beschreibt “Hedonic Adaptation” die Fähigkeit des Menschen, sein durchschnittliches Glücksgefühl unabhängig von den äußeren Einflüssen auf einem ziemlich konstanten Niveau zu halten. Das hat seinen Sinn wohl darin, dass der Mensch dadurch in der Lage ist, nach Schicksalsschlägen wie dem Verlust einer geliebten Person irgendwann wieder zu seinem normalen Gemütszustand zu finden.
Der Begriff wurde von Shane Frederick und George Loewenstein in einem gleichnamigen Artikel geprägt (in Kapitel 16 im Buch Well-being: The foundations of hedonic psychology oder als PDF zum Download), die sich dort hauptsächlich mit der Anpassung an negative Änderungen der Lebensumstände beschäftigen.
Allerdings – und das ist das problematische in unserer heutigen Gesellschaft – funktioniert dieses Prinzip auch andersherum: Angenommen jemand bekommt eine Lohnerhöhung, dann macht ihn das im ersten Moment natürlich glücklich. Aber nach ein paar Wochen oder Monaten hat sich die Person dann daran gewöhnt mehr Geld zu haben und auch auszugeben und deren allgemeiner Gemütszustand ist wieder auf dem Niveau von vor der Lohnerhöhung.
Das Prinzip erklärt auch, warum sich elektronische Gadgets so gut verkaufen: Sobald man eines hat, ist es natürlich erstmal toll und man ist schwer begeistert. Aber nach einer gewissen Zeit gewöhnt man sich daran und die Begeisterung lässt sich nur dann wiederherstellen, wenn man die neueste Version kauft, die 3 mm dünner ist und ein Betriebssystem-Update hat. Und nicht nur das: Die Tatsache, dass es eine neuere, bessere Version gibt, kann sich auch negativ auf das eigene Wohlbefinden auswirken, da man ja jetzt weiß, dass man ein minderwertiges Gerät hat.
Das heißt jetzt aber nicht zwangsläufig, dass Geld nicht Glücklich macht – es kommt nur darauf an, wofür man es ausgibt. In dem Artikel “But Will It Make You Happy?” wird darauf hingewiesen, dass es besser sei, in Erfahrungen wie einen Urlaub, eine Massage oder einfach einen Spaziergang in der Natur als in materielle Güter zu investieren, da hier der beschriebene Gewöhnungseffekt nicht schnell genug einsetzen kann.
[via Unclutterer]