Zustandsforschung

Mit offenen Augen durch die Welt

Lobbyismus für Dummies

Das Video Lobbyismus für Dummies erklärt, wie in Deutschland wirklich Politik gemacht wird. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man fast drüber lachen:

Das Video wurde von Alexander Lehmann veröffentlicht und steht unter der CC-BY-NC-ND-Lizenz.

[via Netzpolitik]

Meine Leseliste 2010

Ich habe auch 2010 wieder notiert und kurz kommentiert, welche Bücher ich gelesen habe:

  • Do Androids Dream of Electric Sheep? von Philip K. Dick:
    Die Vorlage für den “Blade Runner” und ich muss sagen, obwohl der Film einer der besten Science-Fiction-Filme ist, wird er doch von der Buchvorlage noch übertroffen. Vor allem die Stimmung, die Dick in seinem Roman erzeugt ist großartig. Erwähnenswert finde ich noch, dass Buch und Film eigentlich nur ein paar der Hauptpersonen und die grundsätzliche Thematik miteinander gemein haben.
  • Meistererzählungen von Raymond Chandler:
    Klassische Detektivgeschichten mit verschiedenen amerikanischen Detektiven der 40er-Jahr, viel Blei und Whisky.
  • Juliet, Naked von Nick Hornby:
    Ein wunderbarer Roman von Nick Hornby, in dem es sich hauptsächlich darum dreht, was man rückblickend so mit seinem Leben angestellt hat und wo die ganzen Jahre hin sind. Eingepackt in ein Szenario aus einem gescheiterten Musiker, einem fanatischen Fan und einer Frau, die erst mit dem Fan zusammen ist und dann den Musiker kennenlernt. Wie bei Nick Hornby üblich wird hier eine skurrile Geschichte mit ernsten Tönen, aber auch mit viel Humor erzählt.
  • Der kleine Hobbit von John Ronald Reuel Tolkien:
    Ich glaube zu diesem Buch muss ich nicht viel sagen. Stattdessen möchte ich hier einfach mein Lieblingszitat aus dem Buch vorstellen: Wenn mehr von uns Heiterkeit, gutes Tafeln und klingende Lieder höher als gehortetes Gold schätzen würden, so hätten wir eine fröhlichere Welt.
  • Joel On Software von Joel Spolsky: Eigentlich eine Sammlung von Artikeln aus Spolsky’s Blog ist enthält dieses Buch von Zeichenkodierung über den Nutzen von Fachkonzepten bis hin zum berühmten Joel Test jede Menge interessante Artikel rund um das Thema Softwareentwicklung.
  • Zen and the Art of Motorcycle Maintenance von Robert M. Pirsig:
    Eingebettet in die Rahmenhandlung eines Motorradtrips durch die USA ist eine Abhandlung über die Metaphysik der Qualität. Dieser teilweise autobiographische Roman ist zwar mitunter recht schwer zu verstehen, aber auf jeden Fall eine absolute Leseempfehlung, die zum Nachdenken anregt.
  • The Lost Symbol von Dan Brown:
    Der dritte Robert-Langdon-Roman von Dan Brown nach Angels & Demons (Illuminati) und Sakrileg (The Da Vinci Code), aber der erste davon den ich gelesen und nicht nur den Film gesehen habe. Das Buch dreht sich diesmal um die Freimaurer und ist derart spannend, dass ich es in wenigen Tagen durchgelesen hatte. Und jetzt bin ich fast ein bisschen traurig, dass ich die anderen Bücher nicht gelesen hatte, bevor ich mir den Film angesehen habe.
  • Working effectively with legacy code von Michael Feathers:
    Der Titel dieses Buches ist ein bisschen Irreführend, denn eigentlich enthält das Buch ausschließlich Anleitungen und Hinweise, wie man Code, für den es keine Unit-Tests gibt, testbar machen kann. Das führt dann am Ende natürlich auch zu effektiverem Arbeiten, aber ich hatte mir doch ein wenig mehr von diesem Buch versprochen.
  • Brave New World von Aldous Huxley:
    Hab ich das letzte Mal in der Schule gelesen und stelle beim erneuten Lesen fest, wie aktuell dieses Buch auch nach fast 80 Jahren noch ist. Das dort gezeichnete Bild von einer Gesellschaft von Menschen die nur dazu leben um zu konsumieren passt doch sehr gut auf unsere heutige Zeit.
  • Das gute Leben: Ein Wegweiser zum Buddhismus für den Westen von Gerald Roscoe:
    Erklärt kurz und knapp die Grundzüge des Buddhismus in verständlicher Sprache.
  • About A Boy von Nick Hornby:
    Schon das zweite Buch von Nick Hornby dieses Jahr. Ein Buch über einen kleinen Jungen der von einem großen Jungen lernt ein bisschen weniger erwachsen zu sein und umgekehrt. Außerdem wird klar, warum der Titel des Buches ein bisschen wie ein Nirvana-Song klingt.
  • Alice’s Adventures in Wonderland and Through the Looking Glass von Lewis Carroll:
    Der Kinderbuchklassiker mit herrlich irrsinnigen Ideen. Ich habe eine Ausgabe mit Illustrationen von Mervyn Peake gelesen und finde, zu dieser Story gehören Bilder einfach irgendwie dazu.
  • Zorro von Johnston McCulley:
    Der ursprüngliche Zorro-Roman. Nette leichte Kost für zwischendurch würde ich sagen. Abgesehen davon, dass es die Vorlage für zahlreiche Filme ist aber nichts besonderes.
  • Necronomicon: The Weird Tales of H.P. Lovecraft:
    Hieraus hab’ ich immer mal wieder zwischendurch einige Geschichten gelesen, bin allerdings noch längst nicht durch. Lovecraft hat seine Stories vollgepackt mit uralten Wesen, unaussprechlichem und düsteren Geheimnissen.

Mein Beitrag zum JMStV

Aktuell wird viel diskutiert über die Neuerungen im Jugendmedienschutz-Staatsvertrag, die am 1.1.2011 in Kraft treten werden.

Die ersten Blogs kündigen ihre Schließung an, manche reden davon, in die Anonymität zu flüchten und wieder andere setzen auf Kampagnen und Aufklärung und hoffen, das drohende Unheil doch noch abwenden zu können.

Als guter deutscher Staatsbürger weiß ich mich natürlich unterzuordnen. Ich habe damit reagiert, einen Mechanismus zu entwickeln, der die Vorgabe umsetzt, entwicklungsgefährdende Inhalte nur zu später Stunde verfügbar zu machen.

Das beste daran: Ihr könnt diesen sagenhaften Mechanismus einfach in eurem eigenen Blog zum Einsatz bringen. Den Code und die Anleitung für die Inbetriebnahme findet ihr hinter folgendem Link:

JMStV-Satire zum Mitmachen: Blog ab 18

P.S.: Wer wissen will, um was es hier eigentlich genau geht: Einen guten Überblick über die einzelnen Punkte des neuen JMStV gibt der Artikel Lesepflicht für alle: 17 Fragen zum neuen JMStV.

Update: Im law blog steht warum das mit dem JMStV für Blogger doch nicht so schlimm ist.

Experimente mit HTML5: Das Canvas-Element

Nachdem HTML5 ja mittlerweile von immer mehr Browsern unterstützt wird, ist es an der Zeit, sich doch mal damit zu beschäftigen. Ich habe mir für mein erstes Experiment das “Canvas”-Element ausgesucht. Canvas heißt auf Deutsch “Leinwand” und ungefähr so wird das Element auch benutzt. In der HTML5-Spezifikation wird das Element folgendermaßen definiert:

“The canvas element provides scripts with a resolution-dependent bitmap canvas, which can be used for rendering graphs, game graphics, or other visual images on the fly.”

Das Canvas-Element wird irgendwo auf der Seite platziert und tut selbst erst mal gar nichts:

<canvas id="canvas" ></canvas>

Das was dieses Element so speziell macht, ist die damit verknüpfte JavaScript-API: Man kann Linien und Kästchen zeichnen, Bilder und Text dort hineinmalen, mit Schatteneffekten versehen und transformieren.

Den Rest dieses Eintrages lesen »

Hedonic Adaptation

Ich bin vor kurzem über den Begriff “Hedonic Adaptation” gestolpert und ich finde das dahinterstehende Prinzip so interessant, dass es mir einen Artikel im Blog wert ist.

Kurz gesagt beschreibt “Hedonic Adaptation” die Fähigkeit des Menschen, sein durchschnittliches Glücksgefühl unabhängig von den äußeren Einflüssen auf einem ziemlich konstanten Niveau zu halten. Das hat seinen Sinn wohl darin, dass der Mensch dadurch in der Lage ist, nach Schicksalsschlägen wie dem Verlust einer geliebten Person irgendwann wieder zu seinem normalen Gemütszustand zu finden.

Der Begriff wurde von Shane Frederick und George Loewenstein in einem gleichnamigen Artikel geprägt (in Kapitel 16 im Buch Well-being: The foundations of hedonic psychology oder als PDF zum Download), die sich dort hauptsächlich mit der Anpassung an negative Änderungen der Lebensumstände beschäftigen.

Allerdings – und das ist das problematische in unserer heutigen Gesellschaft – funktioniert dieses Prinzip auch andersherum: Angenommen jemand bekommt eine Lohnerhöhung, dann macht ihn das im ersten Moment natürlich glücklich. Aber nach ein paar Wochen oder Monaten hat sich die Person dann daran gewöhnt mehr Geld zu haben und auch auszugeben und deren allgemeiner Gemütszustand ist wieder auf dem Niveau von vor der Lohnerhöhung.

Das Prinzip erklärt auch, warum sich elektronische Gadgets so gut verkaufen: Sobald man eines hat, ist es natürlich erstmal toll und man ist schwer begeistert. Aber nach einer gewissen Zeit gewöhnt man sich daran und die Begeisterung lässt sich nur dann wiederherstellen, wenn man die neueste Version kauft, die 3 mm dünner ist und ein Betriebssystem-Update hat. Und nicht nur das: Die Tatsache, dass es eine neuere, bessere Version gibt, kann sich auch negativ auf das eigene Wohlbefinden auswirken, da man ja jetzt weiß, dass man ein minderwertiges Gerät hat.

Das heißt jetzt aber nicht zwangsläufig, dass Geld nicht Glücklich macht – es kommt nur darauf an, wofür man es ausgibt. In dem Artikel “But Will It Make You Happy?” wird darauf hingewiesen, dass es besser sei, in Erfahrungen wie einen Urlaub, eine Massage oder einfach einen Spaziergang in der Natur als in materielle Güter zu investieren, da hier der beschriebene Gewöhnungseffekt nicht schnell genug einsetzen kann.

[via Unclutterer]