MythTV HTPC – Komponentenauswahl

Dies ist der erste Artikel in einer Serie von Artikeln, die sich mit dem Zusammenbau eines HTPC auf Basis von MythTV beschäftigen. Die bisher veröffentlichen Artikel sind hier verlinkt:

Weil ich nicht so wirklich zufrieden mit meinem bisherigen Festplattenrecorder war, hatte ich schon seit ein paar Monaten die Idee, mir einen wirklich vernünftigen HTPC selbst zu bauen. Nach ein bisschen Recherche im Netz ist meine Wahl für die Software dann auf MythTV gefallen. MythTV ist eine Open Source DVR-Lösung auf Linux-Basis, die eine ordentliche Masse an Features hat. Details dazu, was MythTV so alles kann, werde ich in einem späteren Beitrag der Serie liefern. Hier geht es jetzt zunächst darum, welche Hardware-Komponenten nötig sind und welche ich ausgewählt habe. Basis für meine Auswahl war der Abschnitt über Hardware-Voraussetzungen in der MythTV-Dokumentation und die Hardware-Kategorie im MythTV-Wiki.

Barebone: Shuttle XPC Barebone SG45H7

Die Barebone-Auswahl war so eine Sache. Kennt ihr den Unterschied zwischen PCI und PCIe (PCI-Express)? Ich jetzt auch, nachdem ich erstmal einen Barebone (ASUS Pundit P4-P5N9300) bestellt hatte, der nur PCIe-Slots hat, meine Tunerkarte aber PCI ist. Also nochmal: PCI ist was ganz anderes als PCIe, d.h. man kann weder eine PCI-Karte in einem PCIe-Slot verwenden noch umgekehrt. Also habe ich was dazugelernt, den ASUS-Barebone wieder zurückgeschickt und was neues rausgesucht, was auch PCI-Slots hat. Meine Wahl ist dann auf den etwas teureren Shuttle XPC Barebone SG45H7 gefallen, der mich hauptsächlich durch seinen Onboard-HDMI-Ausgang und sein Design überzeugt hat:

Mein MythTV HTPC

Natürlich braucht man nicht zwangsläufig einen Barebone – man kann auch Gehäuse, Lüfter und Mainboard einzeln kaufen, aber ganz so schwer wollte ich es mir dann doch nicht machen.

Prozessor: Intel Core 2 Duo E7500

Ein Mittelklasse-Prozessor. Selbst der langweilt sich meistens – auch dann wenn ich was aufnehme. Wichtig: Der Prozessor und der Sockel auf dem Mainboard müssen zusammenpassen.

RAM: 2 GB Kingston ValueRAM DDR2-800

2 GB RAM reichen völlig aus – theoretisch müsste MythTV aber auch mit 512 MB schon auskommen.

Festplatte: Western Digital Caviar Green 1 TB

Bei meinem alten Festplattenrecorder mit 160 GB bin ich immer wieder relativ schnell an die Grenzen der Festplatte gestoßen, wenn ein paar Filme zu viel drauf waren. Damit mir das nicht mehr passiert, habe ich gleich mal eine ordentliche Festplatte mit 1 Terabyte Platz gekauft. Die Status-Anzeige innerhalb MythTV sagt mir, dass ich so ca. 400 Stunden damit aufnehmen kann. Ich denke das sollte erstmal reichen.

DVB-C-Tuner: TT-budget C-1501

Wenn man Fernsehen am Computer empfangen will, dann braucht man eine Tunerkarte. Ich habe einen Kabelanschluss, also musste es eine DVB-C-Karte sein. Im MythTV-Wiki gibt es eine Seite mit einer Liste von solchen Karten (Video Capture Cards), aber da MythTV eine Linux-Anwendung ist, sollte man im Wiki von LinuxTV bei „Hardware Device Information“ schauen, ob die Karte von Linux auch unterstützt wird.

CI-Modul: AlphaCrypt Classic CI Modul

Um verschlüsseltes Digitalfernsehen schauen zu können, braucht man die Smartcard, die man vom Kabelnetz-Betreiber geschickt bekommt und ein CI-Modul, das die Entschlüsselung übernimmt. Da gibt es eigentlich keine wirkliche Alternative zu den AlphaCrypt-Modulen.

CI-Slot: TT-budget CI

Der zu meinem DVB-C-Tuner zugehörige CI-Slot für das CI-Modul. Es gibt auch Tuner, die gleich auf der Karte den Slot haben, aber in meinem Fall sind das zwei Karten.

Komponenten, die ich nicht gekauft habe:

Ich habe keine zusätzliche Grafikkarte verbaut. Einerseits müsste für HD-Fernsehen auch die Onboard-Grafik des Barebone zusammen mit meiner CPU ausreichen und andererseits war ich mir nicht sicher, wieviel Platz im Gehäuse tatsächlich noch ist, da das AlphaCrypt-Modul auch noch irgendwohin gepackt werden musste. Da im Moment sowieso nur ARD und ZDF in HD senden, und es außerdem einen Bug in MythTV gibt, der genau ARD HD und ZDF HD betrifft, würde eine zusätzliche Grafikkarte aktuell auch keinerlei Vorteile bringen.

Außerdem hat mein HTPC kein optisches Laufwerk. Warum? Ich habe eine PS3, die als DVD- und BluRay-Player dient und mit der riesigen Festplatte sehe ich nicht wirklich die Notwendigkeit, mal irgendwas von meinen Aufnahmen brennen zu müssen.

Zusammenbau:

Mit der dem Barebone beigelegten Anleitung ist es nicht so wirklich schwer alle Teile korrekt zusammenzusetzen. Wenn man auf der sicheren Seite sein will, kauft man noch ein paar Antistatik-Handschuhe für den Zusammenbau dazu. Wer sich für Details zum Zusammenbau interessiert, kann sich diesen Artikel hier mal ansehen.

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