Raspberry Pi Audioplayer: Hardware und Features

Dieser Artikel ist der erste Artikel in einer Artikelserie, die sich mit dem Bau eines Audioplayers auf Basis des Raspberry Pi beschäftigt. Bisher habe ich folgende Artikel zu diesem Thema veröffentlicht:

Nachdem mein mittlerweile mehr als 6 Jahre alter iPod so langsam seinen Geist aufgibt, habe ich beschlossen, mich nach einer neuen Lösung in Sachen Musik umzuschauen.

Das neu anzuschaffende Gerät sollte natürlich ein bisschen mehr können als die „iPod-mit-Kabel-an-Stereoanlage“-Lösung. Die hat nämlich unter anderem den Haken, dass man bei Neuzugängen in der mp3-Sammlung erstmal den iPod wieder an den Computer anschließen muss, um das Zeug rüberzuschaufeln. Außerdem hätte ich gerne die Möglichkeit gehabt, Musik vom iPad via Airplay an die Stereoanlage zu schicken (und nicht mit einer „mach-das-Kabel-am-iPod-ab-und-an-das-iPad-dran“-Lösung). Und natürlich muss ich bei all den kabelgebundenen Lösungen im Moment immer erst von der Couch aufstehen, wenn ich ein anderes Album hören möchte…

Klar, ich hätte auch irgendwas fertiges kaufen können, was das alles schon kann – aber abgesehen davon, dass das unter Umständen auch gerne mal relativ teuer werden kann: Wo bleibt denn da der Spaß? Also habe ich mich entschieden, wieder mal was zu basteln :-)

Hardware

Raspberry Pi Model B

Ausgehend von den beiden Lifehacker-Artikeln „Turn a Raspberry Pi Into an AirPlay Receiver for Streaming Music in Your Living Room“ und „Turn a Raspberry Pi Into an XBMC Media Center in Under 30 Minutes“ und ein bisschen Internet-Recherche hab‘ ich folgende Hardware bestellt:

  • Raspberry Pi Model B:
    Das Herzstück des Gerätes – Für ca. 40 € bekommt man einen vollständigen Computer im Miniformat mit 512 MB RAM und 700 MHz-Prozessor.
  • Hübsches Gehäuse (PCSL Brand – Case for Raspberry Pi):
    Ganz ohne Gehäuse möchte ich das Ding nun doch nicht rumstehen haben – allerdings ist jetzt der Pi fast zu hübsch zum verstecken (was ich eigentlich nämlich machen möchte).
  • 64 GB SD-Karte (SanDisk Extreme SDXC 64GB Class 10):
    Meine Musiksammlung ist nicht so übermäßig groß (ca. 40 GB) und da Stromverbrauch offenbar für den Pi ein Problem werden kann, hab‘ ich erstmal auf eine Festplatte verzichtet.
  • Netzteil für den Pi (mumbi Netzteil Garmin nüvi 3790 T):
    Muss mindestens 1000 mA bei 5V liefern – die meisten Handy- bzw. Navi-Ladegeräte mit Micro-USB-Anschluss können das.
  • USB-Soundkarte (Creative Soundblaster Play):
    Der Pi hat zwar einen analogen Soundausgang auf der Platine, aber nach allem was ich so gelesen habe ist da die Soundqualität eher so mittelmäßig – und da meine Stereoanlage keinen HDMI-Eingang hat, muss ich eben auf eine USB-Soundkarte zurückgreifen.
  • Netzwerkkabel:
    Klar – irgendwie muss Internet rein in das Ding. Könnte man auch mit ’nem USB-WLAN-Dingens machen, aber so isses einfacher und billiger – zumal der Pi in unmittelbarer Nähe meines Routers steht.
  • USB-Tastatur und Maus:
    Braucht man nur für die initiale Einrichtung des Systems – der Rest lässt sich über die XBMC-Remote-App oder den XBMC-Commander steuern.
  • HDMI-Kabel:
    Brauche ich auch nur für „Wartungszwecke“ – wenn ich irgendwas im XBMC einzustellen habe, was nicht per SSH geht.
  • iPad oder iPhone:
    Damit wird das ganze gesteuert (entsprechende Apps gäbe es aber auch für Android-Geräte wer das lieber mag…)

Sinnvoll ist dabei, dass man jeweils mal auf der „Verified Periphals„-Seite nachschaut, ob die ausgewählte Hardware-Komponente auch mit dem Raspberry Pi zusammenarbeitet.

Features

Nach erfolgreichem Zusammenbau und Konfiguration (was ich in einem Folgeartikel noch genauer beschreiben werde) kann ich jetzt

  • meine Sammlung an MP3-Files abspielen,
  • Musik via AirPlay an den Pi streamen (für Webradio oder Spotify oder so),
  • das alles bequem per iPad von der Couch aus steuern,
  • weiterhin meinen betagten aber guten Stereoanlagen-Receiver dafür benutzen und
  • außerdem jegliche Musik die ich damit höre scrobbeln (hat also ’ne Last.fm-Integration).

Womit ich immer noch nicht so ganz glücklich bin ist das Übertragen von Musik: Das lässt sich zwar jetzt um einiges bequemer als vorher per FTP erledigen, aber mir wäre ja am liebsten eine vollautomatische Aktualisierung bei Änderungen in meiner MP3-Bibliothek. Falls irgendjemand mal Dropbox auf dem Raspberry Pi zum Laufen bringt, wäre das Thema zusammen mit dem „XBMC Library Auto Update“-Addon aber auch erledigt.

Insgesamt muss ich sagen für die ca. 150 – 160 € an Kosten bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Ich habe auch nochmal 2,69 € in die XBMC-Commander-App investiert (kann ungefähr das gleiche wie die kostenlose Standard-App XBMC Remote – sieht aber deutlich hübscher aus). Damit sieht die Bedienung meines Raspberry Pi Audioplayers auf dem iPad folgendermaßen aus (die ganzen Künstlerbildchen und Coverart läd XBMC weitgehend selbständig runter):

XBMC-Commander (Lenny Kravitz ausgewählt)

Ein Gedanke zu „Raspberry Pi Audioplayer: Hardware und Features“

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